Kontakt

  • Kontakt

    Monika Wendlandt

    Alte-Strandstraße 2
    17454 Zinnowitz

    Tel.: 03 83 77 - 41 55 9
    Mobil: 01 72 - 60 62 58 0

    E-Mail: info@fewen.de

Geschichte von Zinnowitz

Eine Urkunde aus dem Jahre 1309 erwähnt Zinnowitz erstmalig: Das Dorf „Tzys“ – so hieß Zinnowitz damals – gelangt mit Zustimmung des
Pommernherzogs Bogislaw in den Besitz des Zisterzienserordens. Auch wenn diese Urkunde nichts über die Gründung von Zinnowitz aussagt, kann man doch zwei Schlussfolgerungen ziehen.

Mindestens 700 Jahre, wahrscheinlich sogar bedeutend länger, siedeln Menschen an dieser Stelle Usedoms.

Die ersten Bewohner des heutigen Seebades waren slawischer Abstammung: Der ursprüngliche Ortsname deutet darauf hin.

Geschichte wurde in Zinnowitz nicht geschrieben. Besonderes Interesse erfuhr das kleine vorpommersche Dorf, das 1693 nur sieben, nach 1750 gerade einmal 40 Einwohner zählte, lange Zeit überhaupt nicht. Und wäre im 19. Jahrhundert nicht der Seebädertourismus aufgekommen, dann hätte Zinnowitz heute wohl bestenfalls 80 Einwohner und wäre immer noch ein kleines Fischer- und Bauerndorf, wo sich Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen.
Tatsächlich zählt der Ort heute rund 4000 Einwohner. Diese relative Bevölkerungsexplosion, sprich: eine Verhundertfachung der Einwohnerzahl von 1750 bis heute, findet ihre Ursachen im Jahre 1851.
Die Einwohner von Zinnowitz hatten nicht geschlafen und bemerkt, dass in ihren südöstlichen Nachbarorten auf der Insel Usedom der Seebädertourismus die Kassen klingen ließ.
Da wollte man schließlich auch ein Stück vom großen Kuchen abhaben und stellte den Antrag, ebenfalls ein Seebad werden zu dürfen. Kurze Zeit darauf errichtete man das erste Hotel. Nach heutigen Maßstäben würde es noch nicht einmal zu den Ein-Sterne-Hotels zählen: Es gab weder Halb- noch Vollpension, Bettwäsche musste man selber mitbringen: Angeblich bot es den Komfort und Luxus eines besseren Zeltes.
Ende des neunzehnten Jahrhunderts waren dann schon unzählige anspruchsvolle Hotels, Pensionen, Villen und eine große Backsteinkirche vorhanden, sprich: die touristischen Infrastrukturen für den gehobenen Mittelstand, der sich in Zinnowitz zu erholen pflegte, geschaffen. Man kann Zinnowitz gut mit Ahlbeck vergleichen, dass auch kein Luxuskurbad für den Adel war. Die Aristokratie stieg in Heringsdorf oder Bansin ab, auch wenn Zinnowitz darauf hinweisen kann, dass ein preußischer Kronprinz einmal zu den Badegästen zählte. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Viele luxuriöse Villen, klassizistische Pensionen und komfortable Hotelanlagen, die um das Jahr 1900 im Stile der sogenannten Bäderarchitektur errichtet wurden, sind heute noch erhalten. Sie zeugen weiterhin eindrucksvoll vom baulichen Charme und der exquisiten Eleganz des kaiserzeitlichen Zinnowitz.
Nach dieser zumindest architektonisch glorreichen Zeit ging es erst einmal bergab:

Der Peenemünder Haken mitsamt Zinnowitz war militärisches Sperrgebiet. Nun nisteten sich als Badegäste nur noch Herren wie Wernher von Braun und seine Kollegen von der berühmt-berüchtigten Heeresversuchsanstalt Peenemünde ein.

Nach dieser Zeit kam es dann zur Wiederbelebung des Tourismus: Zinnowitz stieg zum „Ersten Seebad der Werktätigen“ auf. Diese setzten sich schließlich 1977 ein unübersehbares Denkmal: Das Hotel „Roter Oktober“ mit 950 Schlafgelegenheiten wurde eröffnet. Der riesige Komplex hat aber Gott sei Dank mittlerweile fast vollständig seinen kalten Charme verloren. Das Gebäude wurde 1997 modernisiert und erheblich verschönert.

Wie jedes Seebad auf der Insel Usedom, das etwas auf sich hält, kann auch Zinnowitz eine eigene Seebrücke aufweisen: Die 1993 fertiggestellte Seebrücke ragt rund 300 m in die Ostsee hinaus. Von ihr hat man einen schönen Blick aufs Meer, auf den langen und breiten Strand, auf Nadelholz- und Mischwälder und schließlich auf Zinnowitz selber, das größte Seebad Nord-Usedoms mit rund 5000 Gästebetten

Zum Schluss noch Kulturhinweise: Neben einem kleinem Kino ist auch ein Theater in Zinnowitz, die Blechbüchse, vertreten. Ein Museum besonderer Art stellt das Bademuseum dar, das unmittelbar an der Seebrücke im Preußenhof beherbergt ist. Dort kann man sich über das Badewesen vor rund 100 Jahren informieren, als der Badeanzug noch etwas länger getragen wurde und es Herren unter Androhungen von Geldbußen verboten war, näher als 75 m an die Damenbadeanstalten zu treten.